Sport ist Mord
Sollte sich in den nächsten Tagen oder Wochen auf diesem weblog nichts tun - also keine Buchstaben die aus dem Nichts auftauchen, keine lustigen digitalen Handyfotos, keine Beiträge über Schreibblockaden etc. pp. - dann könnte das daran liegen, dass ich mit meinem Fahrrad in einen Unfall verwickelt worden bin.
Keine Angst, es ist bisher nichts passiert. Vielleicht passiert auch gar nichts, aber man kann ja nie wissen. Momentan habe ich allerdings ein sehr hohes Tempo drauf und zische nicht grade zimperlich um Kurven, entlang der Alster, über grad noch grüne Ampeln und unschön verbaute abgesenkte Bordsteine. Ich seh schon mein Vorderrad aus dem Schnellspanner rutschen und mich über den Lenker absteigen. Oder ich verheddere mich in einer Hundeleine von irgendeiner kleinen Trethupe, die mir heute 2 mal über den Weg gerannt sind. Jedesmal mit einer telefonierenden Trulla am anderen Ende der Leine. Kann auch sein, dass ich über ein Kind falle, das mir in den Weg rennt, mich anstarrt und nach links ausweicht, wenn ich nach links ausweiche und nach rechts, wenn ich nach rechts will. Oder ich fahre auf einen vor mir herschleichenden Opa auf. Letzte Möglichkeit ist noch, dass ich mich in ein wütendes Streitgespräch verwickeln lasse mit Fußgängern, die es schaffen zu zweit den ganzen Radweg zu blockieren und nicht weggehen wenn man auf sie zukommt, klingelt und auf sie zuhält.
Jedenfalls wisst ihr nun Bescheid, was passiert sein könnte, falls es hier tagelang still sein sollte.
edith: Heute fast von einem Fahrradkurier umgefahren worden, und von einem Porsche, der AUF dem GEH-UND RADWEG fuhr!
"Demokratie ist, wenn man so lange abstimmt, bis es passt!"
Jahreshauptversammlung der DLRG. Wir müssen den Vorstand entlasten. Steht schließlich so auf der Tagesordnung und in den Vereinsvorschriften. Also die allgemeine Frage in den Raum "Wer ist dafür?" Alle Hände schießen in die Höhe. "Gegenstimmen?" Keine, Enthaltungen auch keine. Neben mir wird schon fleißig protokolliert, dass der Vorstand entlastet wäre. Doch halt! Der Bezirk hat das letzte Wort und meldet: "Der Vorstand kann sich nicht selbst entlasten. Alle Vorstandsmitglieder dürfen nicht mitwählen." Verwirrte Blicke huschen durch den Raum. Zu 90% sind hier Vorstandsmitglieder anwesend. Wie sollen wir denn da eine Mehrheit bekommen? Also nochmal abstimmen ohne Vorstandsmitglieder. "Ihr seid immer noch nicht entlastet, weil ihr jetzt keine Mehrheit mehr habt." Kurzerhand wird beschlossen, dass nur die wichtigen Vorstandsmitglieder nicht abstimmen dürfen. Und schon haben wir eine Mehrheit von 8 zu 6 Stimmen. Wenn doch nur alles so einfach wäre.
Sternwanderung.
Wir wollten damals ja gar nicht gewinnen. Letztes Jahr. Da sind wir einfach nur so hingefahren, mitgewandert und haben versucht, möglichst nicht so gut zu sein. Hat leider nicht geklappt. Denn wir trugen den "Pokal" am Ende nach Hause und waren uns sicher, dass am Ergebnis der Wanderung gedreht worden ist. Nun waren wir also Ausrichter. Eine kleine DLRG Ortsgruppe am äußersten Rand des Weserberglandes. Da wo es noch ohne Berge auskommt. Dumm.
Die Strecke, die wir uns ausgedacht hatten war ca. 11 km lang und ging fast ausnahmslos durch flaches Gelände. Ein Stück führte durch den Wald, ein anderes durch den Ort. Das Wetter spielte mit und es hatten sich, zu unserem Erstaunen, sogar richtig viele Teilnehmer angemeldet. Gegen 11 Uhr wanderten die ersten los. Um 13 Uhr war immer noch niemand an unserer Station auch nur ansatzweise vorbeigekommen. Dabei war die gar nicht soweit vom Start entfernt. Die Telefonzentrale begann also ihren Dienst.
Ich: "Maren, sag mal, wann sind die ersten los?"
Maren: "Gleich um 11. Drei sind bei der ersten Station schon vorbeigekommen."
Diese Information wird an Station "Robin Hood" weitergegeben, die sich ebenfalls wundert, wo die Meute bleibt.
Der nächste Anruf kommt von Station 3. "Sag mal war schon jemand bei euch?"
Ich: "Ne, aber bei Station 1 waren schon drei."
Wir warten weiter. Es wird 14 Uhr. Ich laufe den kurzen Weg zur 3. Station und siehe da: Eine Gruppe! Aufgegabelt und zur Station gefahren. Dieser Fortschritt wird sofort an Station "Robin Hood" durchgegeben, die sich freut in 1-2 Stunden auch mal Arbeit zu haben.
Dann geht es Schlag auf Schlag. 4 weiter Gruppen passieren unseren Posten und auch bei "Robin Hood" landen endlich ein paar verirrte Wanderer. Doch kommen diese erst Stunden später auch bei uns an. Irgendwo muss dazwischen so eine Art Bermuda Dreieck sein. Der Weg von Wald zu Wald ist nun wirklich einfach und übersichtlich.
Ich kontaktiere noch einmal Station "Robin Hood": "Wieviele sind bei dir jetzt durch?"
Robin Hood: "Drei sind durch."
Ich: "Aber die sind noch nicht bei uns."
Robin Hood: "Ja aber eure sind auch noch nicht bei mir angekommen."
Ich: "Die stauen sich sicher grad alle oben auf dem "Berg"."
Um 17 Uhr sind wir erlöst. Die Wanderer sind durch. Sie haben es geschafft ohne größere Ausfälle den Weg zu meistern. Einigen fiel das Lesen der Karte schwer, andere verliefen sich trotz Straßennamen auf der Karte. Die Telefonzentrale im Wald wurde noch so einige Male kontaktiert auch wenn sie miserablen Empfang hatte und nicht müde wurde, dies zu betonen.
Nächstes Jahr dann Obernkirchen. Freu ich mich drauf. Berge. Bergauf, bergab. Abseits jeder Zivilisation.
Anruf 18:30, unbekannte Handynummer. Ich gehe nichtsahnend ran und wünsche mir schon im nächsten Moment, ich hätte es doch besser nicht getan.
DLRG Mann: "Ja hallo hier ist der K., von Borkum! Du erinnerst dich?"
graefin: "Ja klar. Hallo."
DLRG Mann: "Ich hab hier zwei deiner Kameraden neben mir sitzen und die haben mir deine Handynummer gegeben."
Man hört sie im Hintergrund reden
graefin: "Ah die sind noch auf Wache! Soso."
DLRG Mann: "Was machst du am Wochenende?"
graefin starrt kurz mal ihr Handy ungläubig an.
graefin: "Am Wochenende muss ich arbeiten."
DLRG Mann: "Oh, das kann man doch absagen. Wangerooge braucht dich."
graefin: "Wangerooge? Jetzt am Wochenende?"
DLRG Mann: "Ja deine Kameraden fahren am Sonntag und dann bin ich ganz allein hier. Fürs Wochenende und die nächste Woche eben."
graefin schüttelt sich bei dem Gedanken. Ich bin spontan mal nicht spontan.
graefin: "Nee also ich kann die Arbeit nicht absagen und Samstag muss ich im Schwimmbad sein und Dienstag muss ich probearbeiten und ne, das geht nicht."
DLRG Mann: "Och das ist schade."
graefin: "Ja, tut mir leid."
Ich allein mit K. eine Woche auf Wangerooge? Auch bei 2 Stunden Wache am Tag möchte ich das nicht machen. Für kein Geld der Welt. Der Montag war in der Tat komisch.
Ich hab ja geahnt, dass ich als Technische Leiterin die Arschkarte ziehen werde. Ich wußte das irgendwie, aber 1. muss es jemand machen und 2. besser ich als ne andere Person.
Ist auch schön, wenn die Eltern einen morgens beim Arzt ansprechen und nachmittags dann noch anrufen, um mir zu sagen, was beim Training alles falsch läuft in ihren Augen. Gut, wenn sie mir Verbesserungsvorschläge geben und Ideen haben, die ich auch schon lange habe.
Problem ist nur: Wir können noch so viel "Vereinsleben" anbieten, wenn es keines der Kinder annimmt können wir daran auch nichts ändern. Wir machen das ganze ehrenamtlich, die beim TUS werden meines Wissens für ihre Arbeit bezahlt. Wir sind zu wenige, als dass wir uns permanent austauschen könnten. Und ich würde gerne auf Wettkämpfe fahren aber ich kann kein Kind dazu zwingen.
*seufz* Ich liebe Montage.
Sechs lange Jahre bin ich in die Öffentlichen Verkehrsmittel eingestiegen, ohne mir Gedanken um den Kauf einer Fahrkarte machen zu müssen. Zweieinhalb Jahre war es sogar möglich einfach im Zug sitzen zu bleiben, solange dieser Niedersachsen nicht verließ. Das Ticket galt ja im gesamten Bundesland.
Alles geht aber einmal vorbei, so auch die Zeit als Studentin und damit auch die Zeit des Semestertickets für ca. 90€ pro Semester. Von nun an heißt es Fahrkarten kaufen und abstempeln bevor man Bus oder Bahn betritt. Oder eben umsatteln auf den guten alten Drahtesel. Meiner wurde bereits am Donnerstag frühlingsfit gemacht und steht mir jetzt wieder zur vollsten Verfügung. Dumm nur, dass ich den ganzen Winter über nicht auf diesem Sattel gesessen habe. Federung kennt mein Rad nämlich nicht! Und so tut mir heute, nachdem ich am Samstag 34km zurückgelegt habe und heute nochmal durch die halbe Stadt geradelt bin, doch ganz schön der Allerwerteste weh.
Doch was tut man nicht alles, um Geld zu sparen.
Erste Hilfe Kurse sind nur was für hartgesottene Menschen, zumindest wenn es sich dabei um einen Kurs der DLRG handelt bei dem sich fast ausnahmslos Rettungsschwimmer zusammengefunden haben. Dann rutscht man im Gespräch des öfteren ins Makabere ab, ohne es zu merken aber zur Belustigung der anderen Kursteilnehmer.
F: "...ja und dann fiel ihm dann so das Auge raus."
K: "Hah! Und bei ER hätten die jetzt die Büroklammer genommen und es wieder reingestopft."
M: "Welcher Arzt bei ER hat das gemacht?"
K: "Dr.Pratt."
M: "War ja klar."
F: "Ich hätts ja einfach festgetackert."
edit:...zweiter Tag. Amputationen.
F: "...und dann kommt das in einen wasserdichten Beutel."
K: "Um Erfrierungen zu vermeiden, genau und dann noch nen Beutel mit Eiswasser drumrum."
T: "Dass das bloß keinen Gefrierbrand gibt."
K: "Dann nehmen wir Toppits. Die schützen doch gegen Gefrierbrand."
M: "...außen Toppits innen Geschmack."
K: "Könnten wir ja mal einen Werbespot von machen mit Amputat und allem. Das zeigt dann wie gut die Beutel sind."
Pfählungen.
F: "Mit einem Sonnenschirmständer geht das auch besonders gut, wenn man da aus 3 Meter Höhe drauffällt."
M: "Dann muss man aber schon gezielt fallen."
J: "Oder man stellt gleich mehrere auf."
F: "Der bohrt sich dann auch gut durch."
M: "Wenn man denn trifft."
J: "Ja toll, ich stürz dann mehrmals aus 3 Meter Höhe da runter und treff nicht. Dann hab ich aber irgendwann keinen Bock mehr!!"
Da hab ich mich also gestern trotz Müdigkeit und starker Unlust zum Training gequält. Habe meinen Rucksack gepackt, bin zum Bus, in den Zug, ins Auto und ab zum Schwimmbad. Ich wußte vorher was mich erwarten würde und trotzdem bin ich gefahren.
Kleiderschwimmen. 1 Stunde lang.
Erst auf Zeit, dann Abschleppen. Am liebsten hätten wir noch Tauchen und die Kombinierte Übung ablegen sollen. Darauf darf ich mich dann in der nächsten Woche freuen.
DRSA Silber, xte-Wiederholung. Was tut man nicht alles.
Es war einer dieser Tage die man als wechselhaft bezeichnen könnte. Die Wellen überboten sich selbst was Größe, Lautstärke und Gischt anging. Der Wind pfiff von Südwest mit lockeren 6 Windstärken. Genau das richtige Wetter um eine Übung durchzuführen.
Das Kajak wurde aus dem Bootsschuppen hervorgeholt, eine letzte Lagebesprechung und dann ging es vor dem Frühstück ab in die kalten Fluten der Nordsee. Den Kampf gegen die Brandung gewannen wir und auch das anpaddeln gegen die inzwischen 3 Meter hohen Wellen. Bis zur Boje war es ein ganz schönes Stück und dort angekommen war eine Verschnaufpause kaum möglich, da sich die Wellenberge ständig vor uns auftürmten. Der Rückweg wurde problematischer. Die Wellen im Rücken, das Kajak fast unkontrollierbar als Spielball des Meeres. Mit vereinten Kräften paddelten wir zurück zum Ufer und gönnten uns anschließend einen heißen Tee.
Am Samstag geht's los!
Ich möchte die Leser an dieser Stelle aber mal darüber aufklären, was denn ein Rettungsschwimmer der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an Qualifikationen mitbringen muss, um überhaupt Rettungswachdienst leisten zu dürfen. Denn das ist gar nicht mal so ohne.
(aber eigentlich möchte ich ja nur eine Runde Mitleid)
Zunächst einmal muss
dieses Rettungsschwimmabzeichen vorhanden sein. Dazu gilt es dann noch
diesen hübschen Fragenkatalog zu beantworten. Wenn man das geschafft hat ist das schonmal die halbe Miete. Dann fehlt nur noch ein Erste-Hilfe Kurs und ein Wenig
Grundwissen über Abwehrmaßnahmen.
Wasserscheu sollte man auch nicht sein und wind- und wetterfest ebenfalls.
Tja, und wenn man dann das alles hinter sich gebracht hat und die Anforderungen erfüllt darf man/frau tagtäglich 10 Stunden am Strand Wache schieben. Ehrenamtlich versteht sich!